Kritik: Terminator Dark Fate | Der wahre und bessere Terminator 3

Der neue Terminator ist in den deutschen Kinos angelaufen, doch kann er die Schach von “Terminator Genisys” wett machen? Unser Autor Siggi klärt auf.

 

Terminator Dark Fate ist von der Zählung her der sechste Terminator Film. Um die Geschichte zu verstehen, muss man aber nicht die vorherigen Teile gesehen haben. Man kann alles nach Terminator 2 – Judgement Day ignorieren. Das ist der erste Teil, bei dem James Cameron, Schöpfer der ersten beiden Teile, die als Meilensteine des Actionkinos gelten, involviert ist.

Diesen Posten übernahm dieses Mal Tim Miller, der Regisseur vom ersten Deadpool. Für Fans der Reihe könnte es interessant sein, dass der Film das Original Trio aus dem zweiten Film wiedervereint: Linda Hamilton, Arnold und, wenn auch nur kurz, Edward Furlong aka John Connor.

Nach den ganzen Terminator-Filmen der letzten Jahre, die generell weder bei Kritikern noch den Zuschauern gut ankamen, geht es gewissermassen back to the roots – sowohl vor, wie auch hinter der Kamera. Nach jahrelanger Abstinenz übernimmt James „Jim“ Cameron die Kontrolle als Produzent – leider nicht als Regisseur.

Terminator 6: Dark Fate : Bild Linda Hamilton

Die Geschichte setz an Teil 2 an – der Judgement Day wurde verhindert – Sarah und John geniessen in Frieden ihr Leben. Seitdem sind 27 Jahre vergangen als plötzlich eine neuer Terminator vom Typ Rev-9 (Gabriel Luna) von Skynet aus der Zukunft geschickt wird um Dani Ramos (Natalia Reyes) zu terminieren, denn sie wird in der Zukunft eine wichtige Rolle im Kampf Mensch gegen Machine spielen. Zu ihrem Schutz schickt der Wiederstand einen Hybriden aus Mensch und Maschine in Form von Grace (Mackenzie Davis – bekannt aus der Serie „Halt and Catch Fire“). In ihrem Kampf erhalten sie unerwartet Hilfe von Sarah Connor und auch vom Original Terminator T-800. He’s back.

Der Film fühlt sich zuweilen an, wie ein Best-Of der früheren, besseren Teile (1 und 2 bleiben einfach unantastbare Meisterwerke) und einigen Versatzstücken aus Teil 3 bis 5. Der Anfang ähnelt dem zweiten sehr. Sehr wahrscheinlich ein Versuch des Studios, die verprellten Fans der Reihe einigermassen zu besänftigen und wieder mit an Bord zu holen. „Wisst ihr noch, wie geil die ersten beiden Teile sind? Guckt mal, der hier ist auch toll. Bitte bleibt.“ Man glaubt, dass aus dem Off zu hören.

Die Story hat man auch schon besser gesehen und nicht mal die Effekte aus dem Jahr 2019 halten mit denen aus 1991 mit.

Im Gegensatz zum T-1000 vermittelt der neue Terminator keine spürbare Bedrohung. Er kann sich duplizieren, was cool  anzuschauen ist aber die Verform/Verflüssigungseffekte sind nicht up to date und sehen nach billig und schnell gemachten After Effects Postproduktion. Bei einem Budget von 160 bis 200 Mio. Dollar wird wohl nicht viel in die Visual Effects geflossen zu sein.

Terminator 6: Dark Fate : Bild Gabriel Luna

Die Actionsequenzen sind aufgrund der ordentlichen Kamera nett anzusehen, die mehr oder weniger Spass machen, doch keine bleibt einem im Gedächtnis hängen. Man erinnere sich im zweiten Teil an die Verfolgungsjagden, die Schiesserei im Einkaufszentrum und das Finale in der Schmelzfabrik. Sie haben sich in das Cineastenbewusstsein eingebrannt. Die  Figuren bleiben blass und man es entsteht keine emotionale Bindung mit Ausnahme von Linda und Arnie. Diese haben aber den Vorteil, dass man sie schon länger kennt. Die beiden liefern auch einige lustige One-Liner im Gegensatz zum restlichen Cast, der krampfhaft cool sein will, dabei aber teilweise unfreiwillig komisch wirkt.

Im Großen und Ganzen trotz der Kritikpunkte ist es der beste Teil der Reihe seit dem zweiten Film, was wenig Aussagekraft hat, denn die Teile sind im besten Falle unterdurchschnittlich, die man sich ersparen kann. Besonders jetzt, da sie nicht mehr Teil des Canons sind.

Der positive Einfluss von Cameron ist zu spüren, doch wäre es zu begrüssen, dass er bitte bitte  nach seinen unzähligen Avatar-Sequels, wieder die Regie bei einem Terminator Film führt. Dieser Film ist schon mal eine Verbesserung gegenüber den Vorgängern, doch fügt er der Terminator-Franchise nichts von Bedeutung hinzu. Er ist leider nur solide, den man sich nicht unbedingt im Kino sehen muss. Es sei denn, man ist grosser Fan von Linda und Arnold.

Die Geschichte ist mit den beiden ersten Teilen komplett erzählt. Es sei denn, man hat eine wirklich fesselnden Ansatz für die Reihe, andernfalls sollte man die Reihe einfach ruhen lassen, statt sie weiterhin auszuschlachten.

0.00
6.2

Story

5.0/10

Schauspiel

6.0/10

Kamera

7.0/10

Inszenierung

6.0/10

Sound

7.0/10

geschrieben am: 29. Oktober, 2019 um 12:10 pm

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Johnny